Ljuba WELITSCH (Люба ВЕЛИЧКОВА)

Gesangsausbildung an der Wiener Musik Akademie. (bei Theo Lierhammer).

1937–40 war sie am Grazer Stadttheater, 1941–43 in Hamburg und 1943–45 in München engagiert.
Während des Krieges sang die rothaarige Sopranistin an den großen Opernbühnen Deutschlands, 1940 trat sie zum ersten Mal an der Volksoper Wien auf, 1946 ging sie an die Wiener Staatsoper, die ihre Basis für weltweite Gastspiele wurde.

Von 1946 bis 1964 war sie Mitglied der Wiener Staatsoper.

1949 debütierte sie an der Metropolitan Opera in New York und sang an allen bedeutenden Opernhäusern und bei den Salzburger Festspielen (1946 und 1950 als Donna Anna).

Die Titelpartie in Richard Strauss' Salome war eine der prägendsten Rollen ihrer Karriere. 1944 sang sie die Partie zum 80. Geburtstag des Komponisten unter dessen Leitung. Als Salome debütierte sie auch 1947 am Covent Garden in London und 1949 an der New Yorker Met. Eine der ersten Vorstellungen wurde übertragen und setzt bis heute Maßstäbe in der Interpretation dieser Rolle. Weitere bekannte Rollen waren u. a. Tatjana in Eugen Onegin, Tosca, Donna Anna in Don Giovanni, Musetta in La Bohème.

KS Welitsch sang in Operettenproduktionen und startete ihre zweite Karriere als Komikerin beim Film. Ab 1964 war sie auch als Filmschauspielerin erfolgreich.

Mit nur einer Rolle schrieb sie Operngeschichte und setzte einen Maßstab, den bislang keine Sängerin nach ihr erfüllen konnte. Salome des Jahrhunderts! Ljuba Welitsch vereinte irisierende Erotik, mädchenhafte Naivität und egozentrische Verderbtheit sowie - bei Diven ihrer Generation war das fast noch selbstverständlich - eine makellose Gesangstechnik. Die Welitsch triumphierte dabei nicht nur in ihrer Glanzrolle, sondern auch als Donna Anna, Tosca oder Aida.

Sie besaß strahlende, silbrig flirrende Höhe, eine volltönende, opulente, goldene Mittellage, die sehr sinnlich klingt, ohne dass ihre Stimme dadurch schwer klänge. Zudem singt sie mit großem Temperament, Engagement und Hingabe. Die schiere Schönheit dieser Stimme ist überaus beeindruckend.

Als sie 1972 in New York, neben Pavarotti und Joan Sutherland, eine winzige Partie in Donizettis "Regimentstochter" übernahm, quittierte das treuergebene Met-Publikum ihren Auftritt mit einer halbstündigen Ovation.

GEDENKSTÄTTEN
KS Ljuba Welitsch starb 1996 in Wien. und wurde in einem ehrenhalber gewidmeten Grab auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt.
Im Jahr 2008 wurde in Wien Landstraße (3. Bezirk) die Ljuba-Welitsch-Straße nach ihr benannt.

EHRUNGEN
Kammersängerin 1947; Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper 1962; Ehrenmedaille der Stadt Wien; Großes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich 1976.

NYTimes